Folge 2: Interview mit den Spar-Experten Tobias Lindner und Lars Wrobbel

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Shownotes

Für die Folge 2 des Hörspiels der besten Finanzbücher hat sich unsere Gästeanzahl direkt verdoppelt und wir begrüßen mit Tobias Lindner und Lars Wrobbel die Autoren des Buches „Geld sparen mit dem perfekten Haushaltsbuch“ im Podcast.

Die beiden Spar-Experten sind über Lars‘ Blog „Passives Einkommen mit P2P“ in Kontakt gekommen und haben inzwischen mehrere Bücher miteinander verfasst und veröffentlicht.

In dieser Folge reden wir über ihr erstes gemeinsames Buch, den dazugehörigen Schreibprozess und ganz viel übers Sparen im Allgemeinen. Zusätzlich haben Lars und Tobias ihre drei Lieblings-Finanzbücher mitgebracht.

 

Die Lieblingsbücher von Tobias & Lars

Platz 3: Rich dad poor dad by Robert Kiyosaki / Amazon

Platz 2: Souveran investieren mit Indexfonds und ETFs by Gerd Kommer / Amazon

Platz 1: Die 4-Stunden Woche by Timothy Ferriss / Amazon

 

Begrüßung und Vorstellung

Marielle: Hallo Tobias, Hallo Lars – schön, dass Ihr heute zu zweit im beste Finanzbücher-Podcast dabei seid. Stellt Euch doch erst einmal kurz vor. Ich würde sagen, Lars, wir kennen uns ja schon persönlich – entsprechend würden wir Tobias mal den Vortritt lassen. Erzähl uns mal, wer Du bist, was Du machst und was unsere Hörer sonst noch so über Dich wissen sollten?

Tobias: Hallo, mein Name ist Tobias. Erst einmal vielen Dank für die großartige Einladung. Ich komme aus der Nähe von Düsseldorf, bin gebürtig aus dem Norden, aus der Nähe von Kiel bzw. Hamburg. Ich bin 36 Jahre alt, dreifacher Familienvater, arbeite in der Logistik eines großen Einzelhandelsunternehmens und habe dann irgendwann einmal vor zwei Jahren angefangen, mich um meine Zeit und meine Arbeit kümmern zu wollen. So bin ich in diese Nebenselbstständigkeitsschiene abgerutscht, die ja heute Thema sein wird.

Marielle: Abgerutscht klingt ja auch schon mal interessant!

Tobias: Ja abgerutscht im Sinne von „den Weg gefunden“, weil es eben alles andere als normal ist.

Mike: So, Lars, wir kennen uns natürlich schon persönlich – aber der eine oder andere Hörer kennt Dich vielleicht nicht. Magst Du deswegen auch noch ein paar Worte zu Dir sagen?

Lars: Na klar, wenn es sein muss immer. Lars Wrobbel, ich bin 31 Jahre alt und bin auch Vater. Allerdings zum Glück nur von einem Kind. Die meisten kennen mich wahrscheinlich von meinem Blog „passives-einkommen-mit-p2p.de“, aber nebenher betreibe ich auch noch einige andere Projekte im Internet, die jetzt nicht so in der Öffentlichkeit stehen. Unter anderem eben das Publishing von Büchern. Ich bin parallel aber auch noch angestellt, aber ab nächstem Jahr nicht mehr in dem Maße wie es normal ist. Ich habe da etwas zurückgestuft, um mich mehr auf meine Internetprojekte zu konzentrieren.

 

Euer Buch: Geld sparen mit dem perfekten Haushaltsbuch

Marielle: Dankeschön; der Grund unserer Einladung an Euch beide heute, ist ja, dass Euer Buch in der Kategorie Sparen und Vermögensaufbau bei uns auf Platz 1 gelistet ist. Es ist auch tatsächlich eines der Bücher, die wir über die besten Finanzbücher am meisten verkaufen. Es trägt den Titel: Geld sparen mit dem perfekten Haushaltsbuch. Das klingt jetzt erst einmal sehr verlockend. Es wird trotzdem noch nicht jeder unserer Hörer und Hörerinnen gelesen haben. Dementsprechend wäre es cool, wenn Ihr einfach mal einen kurzen Überblick über den Inhalt gebt. Was einen potentiellen Leser so erwartet, wenn er Euer Buch liest.

Tobias: Ja da fange ich gerne an. Wir sind beide über das Thema „Geld sparen“  eigentlich zusammen gekommen. Das ist der Grund weswegen wir uns kennengelernt haben und was wir irgendwann zum Anlass genommen haben das Thema aufzunehmen, weil wir der Meinung sind, es ist viel zu wenig präsent in der Öffentlichkeit.

Das ganze Buch haben wir eigentlich nach dem aufgebaut, was wir durchlebt haben. Um das mal positiv zu formulieren: Also dieses weniger durch die Gegend schubsen lassen bei den Finanzen, also mehr Eigenverantwortung bei der Geschichte übernehmen. Das bedeutet dann eben mehr eigene Freiheit.

Wir fangen sehr deutlich in dem Buch beim Thema Kosten an. Denn Kosten sind erst einmal das, was ich sofort in irgendeiner Art beeinflussen kann. Wir haben da sehr viele Möglichkeiten aufgezeigt Kosten zu senken, Kosten zu überdenken und eben speziell bei Versicherungen zu gucken, was ist wichtig, was ist notwendig und was ist sinnvoll. Und wir bauen das über das Buch hinaus dann eben in die Richtung auf: Wie kann ich aus meinem Einkommen mit weniger Kosten mein Vermögen aufbauen und gleichzeitig zu mehr Freiheit gelangen. Das ist dann mit dem gut geführten Haushaltsbuch zu automatisieren. Habe ich noch irgendetwas vergessen, Lars?

Lars: Ne ich glaube nicht. Es geht eigentlich darum: Die beiden größten Hebel, die man hat: Auf der einen Seite Sachen zu sparen und auf der anderen Seite sinnvoll anzulegen. Diese beiden Hebel sind zu nutzen. Irgendwer hat das auch mal gesagt – Benjamin Graham oder der Buffett? Irgendwer sagte mal, dass die beiden Sachen am effektivsten wären. Und so ist es, glaube ich, auch.

Marielle: Wahrscheinlich haben sie es beide gesagt.

Lars: Das kann sein.

Mike: Tobias, Du hattest ja gerade schon gesagt, dass das Buch so aus Euren eigenen Biografien entstanden ist. Benutzt Ihr die Sachen, die Ihr im Buch schreibt, dann auch weiterhin selbst?

Tobias: Ja, das sind ja Dinge, die sich bei uns irgendwie bewährt haben. Wir haben das alles durchlebt und können deswegen eben auch darüber schreiben – weil wir Erfahrung damit haben. Viele der Dinge, wenden wir beide bis heute noch an.

Sparen können, indem wir unser Haushalts-Gleichgewicht irgendwo gefunden haben, das für uns perfekt aufgebaut ist. Irgendwann ist ja dann Ende mit Kostensparen – dann bin ich bei den Lebenshaltungskosten ziemlich niedrig – da geht dann nicht mehr viel. Aber auf dem Level bewegen wir uns eigentlich beide weiterhin fort und kommen sehr gut damit weiter.

Lars: Ist auch eigentlich vollkommen egal, wie viel man verdient. Es ist immer so total wichtig auf die Kosten zu achten! Ich habe jetzt letztens meine Haftpflichtversicherung, die sowieso nur 6 Euro gekostet hat gegen eine eingetauscht, die nur 4 Euro kostet. Aber wenn man halt gar nicht drauf achtet, verliert man irgendwann auch einfach den Blick dafür.

Marielle: Würdet Ihr sagen, das Buch bringt sowohl Leuten, die Kinder haben, als auch Leuten, die keine Kinder haben etwas? Weil Ihr ja beide Kinder habt und das entsprechend auch berücksichtigt.

Tobias: Eher weniger. Also klar, wir haben beide Kinder und  haben beide Erfahrungswerte damit, die in dem Buch natürlich eingeflossen sind. Es geht in dem Buch aber eher darum, überhaupt auf die Kosten in einem Haushalt zu achten. Ob Single- oder Paarhaushalt oder Familie – die Kosten sind ja erst einmal die gleichen. Miete, Auto und so etwas – das hat dann natürlich immer mit den Dimensionen Einkommen zu tun. Insofern liegt der Fokus da nicht auf Familie, sondern es ist für jeden anwendbar, der Interesse daran hat, Herr seiner eigenen Finanzen zu werden.

Mike: Ich habe vorhin noch einmal durchgeblättert und dann auch gesehen, dass Ihr das viel mehr an den persönlichen Zielen der Leute orientiert. Und was sie erreichen möchten. Und je nach dem das Einsparungs- und das Vermehrungspotential.

Tobias: Genau, das sind eben die zwei Ebenen, die Lars vorhin meinte. Einerseits einsparen und andererseits dann eben das Thema „Geld für sich arbeiten lassen“, so dass es dann eben von selber zum Haushaltseinkommen beiträgt.

Mike: Und wie sieht das perfekte Haushaltsbuch nun aus? Muss ich es mir grün, blau oder rot vorstellen? Oder wie muss ich mir das jetzt vorstellen?

Lars: Also ich habe es in Excel!

Tobias: Am besten in den Farben Deines Lieblingsvereins, weil dann nimmst Du es am liebsten in die Hand. Nein, es ist natürlich völlig egal. Ich bin da genauso unterwegs wie Lars und nutze Excel. Excel hat halt viele komfortable Lösungen durch die ganzen Formeln und die Möglichkeiten.

Letztendlich ist das Haushaltsbuch eine Idee sich einmal initial mit seinem ganzen Haushalt zu beschäftigen. Und dann eben eine Kontrollfunktion durch die Budgetierung einzubauen. Das heißt also wirklich diese Budgetierung, was darf ich ausgeben, liege ich drüber und muss ich was tun oder liege ich drunter und habe eben entsprechend einen Ertrag bzw. in dem Moment etwas eingespart. Das lässt sich eben über Excel sehr gut darstellen.

Es gibt auch diverse Anwendungen mit denen man das machen kann. Da sollte man natürlich auf die kostenlosen zurückgreifen und nicht auf die kostenpflichtigen. Perfekt ist das Haushaltsbuch eben besonders dann, wenn es Dich ergänzt, aber gleichzeitig keinen großen Arbeitsaufwand mehr für Dich bedeutet. Das heißt, wenn es eben zu einer Lebensgewohnheit, eine Routine wird mit der Du lebst. Das Buch soll am Ende Dein Freund sein – das ist vielleicht etwas poetisch. Es ist Dein Lebensbegleiter und sorgt eben für Dich dafür, dass Deine Finanzen passen.

Lars: Das hast Du schön gesagt. Also mein Haushaltsbuch habe ich schon 2006 oder 2007 in Excel gestartet. Und das ist immer weiter gewachsen und ist mittlerweile recht umfangreich, aber es ist eben komplett angepasst auf meine Bedürfnisse. Deshalb passt das ganz gut mit dem persönlichen Begleiter.

Marielle: Und wie oft trägst Du dann was ein? Jeden Abend oder jeden Monat?

Lars: Bei mir ist es so, dass ich inzwischen zwei Finanzplanungen habe – einmal geschäftlich und einmal privat. Die basieren aber auf derselben Tabelle. Ich mache es einmal wöchentlich und einmal eine größere Planung einmal im Monat, meistens so am Monatsende.

Tobias: Das sieht bei mir sehr ähnlich aus. Ich mache es auch wöchentlich. Und diese größere Planung des Monats mache ich dann eben immer am Monatsende – als Budgetierung für den nächsten Monat. Und schaue, wo habe ich Abweichungen, wo habe ich anstehende Kosten im nächsten Monat, die ich bedenken muss.

Mike: Das ist ja ganz interessant. Wir führen ja auch eine Art Haushaltsbuch. Aber bei uns ist es nur retrospektiv – also wir gucken uns nur den vergangenen Monat an und stellen da die Einnahmen und Ausgaben übereinander. Es wächst auch immer kontinuierlich, aber in die Planung gehen wir nicht detailliert rein. Wie essentiell ist das denn für jemanden, der damit anfängt?

Lars: Gute Frage. Also ich finde es für mich extrem wichtig, damit ich genau weiß, wie mein Monat abläuft. Ich sehe es ständig in meinem Kollegenkreis, dass die Leute zur Mitte des Monats schon keine Kohle mehr haben. Also von daher ist die Planung nicht so ganz unwichtig. Gerade wenn man seine Finanzen eh nicht so unter Kontrolle hat, wie man es vielleicht haben sollte.

Tobias: Ich sehe es grundsätzlich sehr ähnlich wie Lars. Ich lege mir auch selber ein Budget, einen Rahmen fest mit dem ich dann eben monatlich arbeite. Einfach um mich selber zu begrenzen. Das heißt, die Dinge, die ich im nächsten Monat ausgeben möchte, die begrenze ich durch dieses Budget. Und ich habe es damit eben selber in der Hand, damit mir genau das nicht passiert, was Lars eben sagt. Bei seinen Kollegen, dass mir irgendwie am 15. oder 20. des Monats die Kohle ausgeht.

Mike: Ja, das ist ein guter Tipp. Vielleicht werden wir unser Haushaltsbuch dahingehend auch mal erweitern. Da es ja durchaus spannend ist, ob man sich dann auch an die eigenen Vorgaben hält oder an welchen Ecken wir dann eben darüber hinausgehen.

Lars: Auf jeden Fall. Das  ist ja auch grade für Euer Business, wenn Ihr jetzt startet, total wichtig, dass ihr da diesen Plan habt. Gerade da werden die Kosten auch irgendwann steigen.

Mike: Genau, dafür haben wir es sogar vor. Jetzt im Privaten haben wir es noch nicht gemacht, aber vielleicht sollten wir das mit einem Rundumschlag direkt mit reinnehmen. Habt Ihr gemerkt, dass Euer Vermögen mit dem Beginn des Haushaltsbuches stärker angestiegen ist – gefühlt – als davor?

Lars: Also ich mache das ja schon seit 2007. Bei mir ist es erst richtig angestiegen, seit ich mich von meiner Ex-Frau getrennt habe. Ja, aber schon auf jeden Fall. Man hat viel mehr Kontrolle und kann das viel mehr überblicken, was da so passiert. Also ja, das würde ich schon sagen.

Tobias: Ja, das ist eigentlich seitdem ich vor 2 1/2 Jahren meine finanzielle Kontrolle eben übernommen habe, seitdem merke ich, dass mein Vermögen deutlich ansteigt. Einfach weil ich, wie du gerade sagst, ich gucke nicht, was sich eben im Monat ansammelt, sondern es gibt eben den entsprechenden Rahmen und in dem muss ich mich bewegen.

Übertreten des Rahmens gibt es dann eben nicht. Entweder Du musst es im Folgemonat einplanen oder ich muss es irgendwo im Monat wegsparen und habe dafür irgendetwas anderes nicht. Das heißt, wenn ich irgendwo mal unter dem Budget bleibe, dann ist das eben auch direkt etwas was ich dann einspare.

Marielle: Okay, macht Sinn! Gibt es denn dann überhaupt jemanden, für den ein Haushaltsbuch total ungeeignet ist, für den es überhaupt keinen Sinn macht und der es am besten einfach lassen soll.

Tobias: Also direkt einfallen würden mir da Warren Buffett und Benjamin Franklin. Die brauchen sich dazu nicht mehr Gedanken machen. Ja natürlich, es gibt Leute, die es in irgendeiner Art und Weise geschafft haben sich in eine finanzielle Situation zu bringen, wo sie es dann eben nicht brauchen und es nicht mehr drauf ankommt. Die gibt es.

Und auf der anderen Seite, diejenigen, die die Disziplin nicht aufbringen können. Ein Haushaltsbuch hat sehr viel mit Disziplin zu tun. Je länger ich das mache, desto eher kann ich in eine Automatisation reinkommen. Wenn ich das nicht aufbringe, dann brauche ich mir den Aufwand mit dem Haushaltsbuch nicht machen und muss mir da eventuell eine andere Möglichkeit suchen.

Mike: Ich habe gerade zu dem Thema jetzt erst mehrere Studien gelesen. Wann Menschen anfangen zu sparen und was funktioniert und was nicht. Und die Sparquoten gehen eben damit hoch, wenn man sich selbst verpflichtet, das vor Augen geführt bekommt und wenn das Geld am besten auch noch weggesperrt ist. Und das geht ja schon so in die Richtung, wenn man das immer wieder aufschreibt und die eigene Verpflichtung damit drin hat. Dann animiert das natürlich sehr, die ganzen Quoten oder Vorgaben einzuhalten.

Lars: Womit wir auch wieder bei dem Thema der Vorausplanung sind. Die dann einfach extrem wichtig ist. Da kommt man gar nicht in die Versuchung das Geld auszugeben, wenn man es schon irgendwohin überwiesen hat und für andere Sachen eingeplant hat.

Tobias: Das ist dieses Töpfemodell, wer auch immer es erfunden hat. Ob es T. Harv Eckart oder Bodo Schaefer war, letztendlich ist die Logik relativ einfach. Du arbeitest mit verschiedenen Konten, wobei auf ein Eingangskonto alle Deine Einnahmen des Monats einlaufen. Und dann eben automatisch auf verschiedene Töpfe verteilt werden. In deinem Portemonnaie hast Du zum Beispiel nur noch die Karte für den Topf Haushaltsausgaben. Das heißt das Geld ist am Monatsanfang direkt weg und kann halt gar nicht mehr ausgegeben werden. Du bist dann wirklich auf das begrenzt auf das, was Du Dir auf Dein Haushalskonto überwiesen hast.

Mike: Ja so ähnlich machen wir das auch. Das Geld ist einfach weg und wir kommen da auch so gar nicht mehr dran. Ich glaube der Alex Fischer hat das sogar noch einmal ein bisschen radikaler ausgedrückt mit seinem Geldmagneten, worauf einfach ein bestimmter Betrag drauffließt. Und er sagt dann auch, schreddert die TANs und alles Mögliche und macht jeden Zugang von dem Konto weg. Das Geld ist dann einfach erst mal darauf und das Geld spart sich dann automatisch hoch.

Lars: Klingt gut.

 

Übers Schreiben

Mike: Wie seid Ihr denn darauf gekommen, das Buch gemeinsam zu verfassen? Ihr habt ja am Anfang kurz gesagt, dass Ihr über das Thema Finanzen zueinander gefunden habt. Wie seid Ihr denn dann darauf gekommen dieses Buch gemeinsam zu verfassen?

Tobias: Ich war ehrlich gesagt derjenige, der den Kontakt mehr oder weniger hergestellt hat. Ich bin einer derjenigen, die über den Blog von Lars gekommen sind, weil ich mich eben nach alternativen Investmentmöglichkeiten umgeschaut habe. Und bin dann eben über Kolja auf Lars gekommen und habe ihn dann irgendwann mal angeschrieben. Ich weiß heute nicht mehr ganz genau zu welchem Thema, aber da sind wir in Kontakt gekommen und haben uns per Mail wunderbar ausgetauscht und haben relativ schnell eine gemeinsame Ebene gefunden. Das heißt, wir haben eine sehr ähnliche Denke, was den ganzen Prozess von einem Buch eben deutlich vereinfacht.

Auf das Buch konkret sind wir erst dann gekommen, als Lars mir irgendwann mal davon erzählte, dass er übersetzt hat und das auf verschiedenen Plattformen verkauft. So ist dann einfach die Idee entstanden – hey kann man ja einfach mal probieren. So kam es dann im Endeffekt dazu. Das Thema war von vorneherein fest mit dem „Geld sparen“ und so ist es dann eben zu dem Buch gekommen.

Lars: Ja und tendenziell ist es natürlich immer einfacher ein Buch zu zweit zu schreiben als das Ganze alleine zu machen, denn da steckt ja schon auch ordentlich Arbeit dahinter.

Marielle: Echt? Fandet Ihr das einfacher? Wie lief es dann mit der Abstimmung zwischen Euch? Denn man muss sich ja dann ganz klar sein, wer macht was und auch denselben Stil haben usw.

Lars: Man muss ja gar nicht denselben Stil haben. Sowas kann man schon ganz gut trennen. Jeder nimmt sich halt das Thema vor für das er sich am meisten interessiert und die Themenbereiche werden dann eben klar abgesteckt. Ich finde es sogar ziemlich wichtig, dass man schon ganz gut rauslesen kann, wer was geschrieben hat.

Marielle: Das heißt, Ihr habt am Anfang aufgeteilt, wer schreibt welche Parts und dann habt Ihr es Euch gegenseitig geschickt und darüber gelesen, ob der jeweils andere damit auch übereinstimmt?

Lars: Sofern es nötig war, ja.

Tobias: Wir haben eben eine gemeinsame Gliederung erstellt, bei der wir alles besprochen haben was wir in das Buch aufnehmen wollen. Und dann hat jeder sich den Part ausgesucht, auf den er am meisten Bock hat, oder mehrere Teile davon. Und ganz am Ende haben wir dadurch, dass Lars die Erfahrung mit dem Vertrieb der Bücher hat, aufgeteilt, dass alles was übrig geblieben ist, worauf keiner Bock hatte, ich übernommen habe. Dafür hat Lars dann eben den Vertrieb und das Marketing übernommen. Wobei ich ganz ehrlich sagen muss, dass es im Bereich „Geld sparen“ kein Thema gibt, das mir nicht liegt. Es gibt nur Themen die ich lieber habe und weniger lieb habe. Also von daher war das jetzt nicht so, dass ich mich da durchquälen musste.

Mike: Also kann man festhalten, dass das Buch mit 100 % Leidenschaft geschrieben wurde.

Tobias: Oder mehr!

Lars: Eher mehr!

Marielle: Naja 2 Mal 100 % Leidenschaft.

Lars: Mindestens, ja.

Mike: Ja cool, was ist denn für Euch beide so das Besondere am Schreiben. Also Lars, Du hast ja am Anfang schon gesagt, Du hast den Blog, Du bist im Publishing unterwegs, Du hast oder Ihr habt beide noch andere Bücher verfasst und verkauft. Was reizt Euch denn am Schreiben?

Lars: Ich fange hier mal an. Bei mir ist das Schreiben etwas, ich drücke mich gerne übers Schreiben aus. Ich bin nicht so die Rampensau oder sowas. Von daher kann ich beim Schreiben ein bisschen mehr nachdenken und man kann so ein bisschen mehr das rüberbringen, was man sagen möchte. Und abgesehen davon, lese ich auch selbst saugerne Bücher. Und da liegt es dann natürlich auch nahe, dass man dann auch mal anfängt zu schreiben.

Tobias: Grundsätzlich ist das bei mir sehr ähnlich. Ich habe erst über das Buch eigentlich festgestellt, dass ich mich über das Schreiben sehr gut ausdrücken kann und ich das sehr gerne mag einfach zu schreiben. Weil ich halt eben nicht auf der Bühne stehen muss, oder wie Lars gerade sagte, die Rampensau bin. Insofern genieße ich es mich darüber auszudrücken und es ist für mich eine vollkommen neue Phase, auch unternehmerisch, was ja quasi der Eintritt für mich mit dem Buch war.

Marielle: Habt Ihr dann auch vor, zukünftig noch mehr gemeinsame Bücher zu schreiben oder dann doch lieber alleine?

Lars: Also es gibt ja schon weitere Bücher. Auf jeden Fall planen wir noch weitere Bücher. Tobias, da war doch noch was mit Geld sparen und Praxiserfahrungen?

Tobias: Genau, wir haben Ende letzten Jahres bzw. Anfang dieses Jahres haben wir mittlerweile drei Bücher miteinander geschrieben. Wir haben es dann über den Sommer ruhen lassen und sind jetzt derzeit in der Planung für ein weiteres Buch, das ebenso ein bisschen auf dem „Geld sparen…“ aufsetzt. Allerdings nicht den Kaffee neu warm machen, sondern dann wirklich noch einmal tiefer in die Details absteigen. Mehr Praxisnähe ran zubringen, um den Leser dann in so einer Art Schritt für Schritt Anleitung mitzunehmen und dann eben durch seine eigenen Finanzen zu führen.

 

Übers Sparen

Mike: Ah, wenn wir dann gerade beim Sparen sind. Mir ist noch eine Kapitalüberschrift aufgefallen: Sparen macht Spaß! – Was macht denn für Euch Spaß am Sparen?

Tobias: Naja es ist halt vor allem der Fakt, dass Du ein Konto hast mit 2 Euro und irgendwann sind es 10, 100 oder 1.000 – und dieses sparen; dann fängt das Geld ja an, für Dich zu arbeiten ohne dass Du etwas tun musst. Auf der anderen Seite ist sparen ja immer eine Art von Verzicht. Ich kaufe mir nicht den großen Fernseher, sondern ich lese ein Buch. Ich brauche keinen Fernseher. Ich persönlich finde dann halt immer, dass man sehr schnell merkt, was ist Konsum und was brauche ich eigentlich wirklich? Und das macht mir Spaß mich darauf wirklich zu besinnen – was brauche ich überhaupt und was will mir die Werbung nur aufschwatzen.

Lars: Das ist natürlich auch so eine Art Challenge. Zu versuchen seine Fixkosten so niedrig wie möglich zu treiben. Das macht schon Spaß zu sehen, dass man auf der einen Seite immer mehr verdienen kann, aber auf der anderen Seite es auch schafft, seine Lebenshaltungskosten trotzdem noch niedriger zu kriegen, obwohl man eigentlich schon auf einem recht niedrigen Level ist, aber nicht unbedingt weniger an Lebensstandard hat. Das ist schon ganz cool.

Marielle: Das finde ich auch immer so spannend: Wir rechnen jedes Mal am Monatsende aus, was wir für eine Sparquote haben bzw. wie viel unserer Ausgaben wir mit passiven Einnahmen decken konnten. Und das ist dann echt auch immer so eine Challenge zu gucken, ob man mehr oder weniger hat als im Vormonat. Und natürlich ist immer das Ziel mehr zu haben und motiviert auch einfach, dranzubleiben.

Lars: Ja tatsächlich, aber auch nur, wenn man eine Gewohnheit daraus macht. Wenn man das halt mal einen Monat ausprobiert und dann nicht dranbleibt, kann man es gleich lassen.

Marielle: Ja auf jeden Fall!

Mike: Dann sieht man es auch nicht. Ich glaube ich habe nach einem Jahr oder nach 1,5 Jahren das erste Mal angeschaut, wie sich denn das Vermögen entwickelt hat über die Zeit hinweg. Und dann habe ich festgestellt, dass es in so eine exponentielle Kurve reingeht irgendwann – gerade noch am Anfang. Und das bringt dann natürlich auch nochmal Motivation. Aber nach 2 oder 3 Monaten ist so etwas überhaupt nicht ersichtlich, denn die ersten Monate war das Ding auch einfach flach. Aber dass die Effekte dann halt immer später kommen.

Lars: Ja ganz normal – aber dann dafür heftig.

Tobias: Es gibt ja diesen klugen Spruch in den Finanzen: Viele überschätzen, was sie in einem Jahr schaffen, aber unterschätzen vollkommen, was sie in 10 Jahren schaffen können. Also Vermögensaufbau hat ja immer etwas mit Zeit zu tun. Und wer da das erste oder zweite Jahr eben nicht vernünftig überlebt oder nicht vernünftig gestaltet, der kann es eben auch sein lassen. Und wer da draus eine Routine macht und das automatisiert, der wird eben am Ende richtig viel Spaß haben.

Lars: Ich glaube für viele ist es auch extrem schwer, da dran zu bleiben. Wie gesagt, diese ersten beiden Jahre – die Zeit ist ja bei jedem unterschiedlich – die sind halt extrem schwer durchzuhalten. Weil man halt zu Anfang erst einmal nicht wirklich sieht, dass etwas passiert.

Mike: Ja und es sich am Anfang vielleicht auch noch mehr als Verzicht anfühlt. Man sieht, was man ausgibt und denkt: Oh nein, jetzt muss ich doch mal das günstigere Produkt kaufen oder man versucht sich da so reinzufuchsen. Und dann fühlt es sich vielleicht eher als Verzicht an als diese Challenge anzunehmen.

Lars: Ja absolut! Und dazu kommen dann auch noch Menschen in Deinem Umfeld, die dann sagen: Ey, hab doch mal Spaß im Leben. Du musst doch auch mal Geld ausgeben.

Marielle: Die verstehen halt nicht, dass sparen das ist, was uns Spaß macht.

Lars: Genau, geht mir nicht anders – das höre ich täglich.

Marielle: Apropos Feedback – was ist denn das häufigste Feedback, das Ihr zu dem Buch bekommt? Gibt es so eine Aussage, die immer wieder kommt?

Lars: Hmm, gute Frage!

Marielle: Findens die Leute einfach nur toll?

Lars: Ja das auf jeden Fall!

Mike: Das müssen sie ja. Wir haben das Buch jetzt noch nicht größer beworben auf der Seite – also es war noch nicht auf Facebook separat oder so – und trotzdem ist es eines der Bücher, das am häufigsten geklickt und auch gekauft wird.

Lars: Das ist ja schon einmal das wichtigste! Das was die meisten Leute eigentlich gut finden ist, dass sie überhaupt so eine Art Leitfaden haben an den sie sich irgendwie halten können. Denn wenn man alleine anfängt ist es natürlich schon schwer, in das Thema überhaupt reinzukommen und da ist man über jede Hilfe glücklich. Das liest man so aus den Rezessionen raus.

Mike: Das passt so ein bisschen zu dem Feedback, das wir auch bekommen haben. Wir haben neulich eine Leseranfrage bekommen, die hieß: Könnt Ihr nicht mal einen Step-by-Step-Plan machen, von vorne – wie geht es denn los – wie macht man das in einer Beziehung mit Geld ansparen, Finanzen organisieren. Ich glaube, das ist schon etwas woran sich Leute schon orientieren und was am Anfang auch den Rahmen gibt, woran man sich halten kann.

Lars: Ihr müsst halt auch sehen, dass Ihr da so ein bisschen die Vorbilder seid!

Mike: Ich glaube, das ist Euch mit Eurem Buch sehr gut gelungen. Jetzt haben wir viel über das Schreiben und das Buch gesprochen, aber Lars, du hast ja auch schon vorhin gesagt, dass Du selbst sehr viel liest und das auch sehr gerne tust. Was bedeutet das denn für Dich und auch für Dich Tobias?

 

Übers Lesen

Lars: Ich habe eine Routine morgens und abends, in der ich lese. Man kann halt unfassbar viel Wissen über das Lesen aufsammeln. Ich glaube, das verkennen die meisten Leute. Aber das Wissen setzt sich eben auch nicht von alleine um. Also wenn man schon etwas liest, gerade im Ratgeber-Bereich, dann darf man eben nicht nur 4 Stunden am Tag lesen, sondern muss das gelesene aber auch irgendwie umsetzen können. Also lesen ist cool, aber es ist auf jeden Fall nur eine Seite der Medaille. Aber ich könnte auf jeden Fall nicht ohne leben.

Mike: Okay, lesen bedeutet für Dich dann auch gleichzeitig handeln?

Lars: Lernen und Handeln, genau. Ich lese zum Beispiel total ungerne irgendwelche Romane, weil ich die mega sinnfrei finde. Dann kann ich mich auch vor den Fernseher setzen, finde ich.

Mike: Geht schneller 😉

Lars: Ich probiere auch total gerne neue Sachen aus. Jetzt nicht aus allen Büchern. Aber wenn mir irgendwas gefällt und ich es interessant finde, versuche ich es auch möglichst schnell umzusetzen und ins handeln zu kommen.

Mike: Okay, was ist so das Letzte, das Du gelesen und dann auch umgesetzt hast?

Lars: Das letzte was mich wirklich geflasht hat und ich tatsächlich viel von umgesetzt habe, war von Timothy Ferriss der „4-Hour-Body“. Das ist ja total der Freak, was er alles testet und vieles von seinen Experimenten, kann man eigentlich 1:1 nachmachen. Gerade was Fitness-Training angeht, hat er in dem Buch sehr, sehr viel gehabt. Das ist jetzt mal etwas anderes als die Finanzen. Und auch was Schlaftechniken zur Produktivitätssteigerung angeht, hat er da enorm viel drin gehabt, was ich ausgetestet habe. Das war jetzt nichts für mich, aber, wenn man es nicht testet, weiß man das halt nicht.

Und was die Finanzen angeht, war das letzte was ich getestet habe oder worauf eigentlich meine Finanzen basieren, war das Buch von Gerd Kommer. Darauf basiert meine ETF-Strategie zum Beispiel. Jetzt nicht so wie er sie da beschrieben hat, ich habe sie schon abgewandelt, aber trotzdem ist das die Basis. Und so merkt man halt, dass man halt durch das lesen ins handeln kommt und seine eigenen Erfahrungen sammelt und sich darauf dann etwas Eigenes zusammen baut bestenfalls und das in sein Leben implementiert.

Mike: Und auch abschätzen kann, was zu einem passt oder was weniger zu einem passt und dann auch mit jedem Buch und jeder Handlung, die dazukommt, besser einsortieren kann, ob das funktionieren wird oder nicht für einen selbst.

Lars: Genau und das funktioniert halt nur, wenn man die Bücher nicht nur liest und dann wieder weglegt. Sondern das auch bisschen macht!

Tobias: Also grundsätzlich sieht das bei mir sehr ähnlich aus. In die Richtung Autobiografien von Persönlichkeiten, die irgendetwas in ihrem Leben hingekriegt haben. Das müssen jetzt nicht berühmte Politiker oder sonst etwas sein. Zum Beispiel dieses 4-Stunden-Woche von Timothy Ferriss, ist keine Autobiografie in dem Sinne, sondern eine Beschreibung seines Lebens, was er gemacht hat. Das finde ich extrem wichtig.

Ich lese dann die Bücher, wo ich glaube, dass sie mich in irgendeiner Art und Weise weiterbringen können. Und da mache ich es eigentlich genau so wie Lars es beschrieben hat. Ich lese das Buch und versuche, die Teile aus dem Buch, für mich selber umzusetzen, wovon ich glaube, dass es funktionieren könnte. Ich versuche auch gerne mal Dinge, wovon ich überhaupt nicht überzeugt bin, einfach nur um zu wissen, dass ich Recht hatte. Oder ich lasse mich eben überraschen.

Mike: Das ist auch eine gute Motivation Dinge auszuprobieren, einfach um zu zeigen, dass sie nicht funktionieren und man selber Recht hatte.

Tobias: Das ist ja auch immer das Thema der Erfahrung. Ich kann selber irgendetwas ausprobieren, wovon ich irgendwann etwas gehört habe oder was ich mir selber erarbeiten kann. Oder ich lese etwas von irgendjemanden, wie er etwas ausprobiert hat und wende es selbst auf mich an. Das ist halt auch wieder so mit Zeit-Einsparungspotential verbunden. Wenn ich sein Ergebnis kenne, kann ich meines dagegenstellen und bewerten, ob es gut oder schlecht ist.

Mike: Das ist eine sehr gute Strategie. Ich lese auch sehr gerne Biografien und finde es auch immer wieder sehr inspirierend, was andere Leute gemacht haben. Und bei manchen Biografien konnte ich nur dabei sitzen und mich fragen, ob das jetzt wirklich passiert ist. Weil dann kommen Handlungen zur Sprache, die ich in dem Alter nicht gemacht hätte oder mich nicht getraut hätte. Und dann zeigt das auch wieder: Ab ins Handeln kommen und einfach machen – es kann eh nichts Schlimmes passieren und am Ende bin ich wieder eine Erfahrung reicher.

Lars: Ist ja krass, dass Ihr alle so auf Autobiografien steht. Ich finde die total langweilig.

Marielle: Also ich bin auch nicht so der Biografien-Leser. Und seid Ihr beide dann beides Bücherleser, um Euch weiterzuentwickeln oder seid Ihr dann auch viel auf Blogs online unterwegs oder steht Ihr mehr auf die Hardcopy-Bücher?

Lars: Also ich mache eigentlich alles. Ich höre total gerne Podcast. Ich treibe mich auf Blogs rum. Allerdings nicht so viel, wie ich Bücher lese. Ihr wisst es ja selbst, es gibt so viele Finanzblogs. Da reicht meistens einer oder zwei zu einem Thema.

Aber Podcast ist so das Medium, das ich am meisten nutze um mein Wissen zu erweitern, weil da auch oft etwas drin ist, was man schnell mal ausprobieren kann oder irgendwelche Seiten, die man mal schnell ansurfen kann. Das ist schon ziemlich cool. Und es deckt halt ganz gut die tote Zeit ab, die man am Tag so hat – beim Zähneputzen, Autofahren, etc. kann man die Zeit so ganz gut nutzen. Aber wenn man halt ein Buch liest, liest man halt ein Buch.

Marielle: Du hörst beim Zähneputzen Podcast? Ist ja krass!

Lars: Ja, du nicht?

Marielle: Noch nicht. Aber vielleicht fange ich mal damit an.

Lars: Ich habe sogar neulich beim Finanzrocker noch erzählt – ich höre Podcast sogar unter der Dusche.

Marielle: Da musst Du es aber sehr laut stellen, damit Du etwas hörst unter der Dusche.

Lars: Ja genau, das schon. Aber es geht auf jeden Fall und man hat in der Zeit unter der Dusche auch noch irgendwas gelernt.

Marielle: Ich sehe schon, du verschwendest keine Minute Deiner kostbaren Lebenszeit.

Lars: Ne, das geht gar nicht!

Tobias: Das sieht bei mir sehr ähnlich aus, auch wenn ich das unter der Dusche noch nicht probiert habe – das ist jetzt auch neu für mich.

Aber so eben der Klassiker: Der Weg zur Arbeit. Ich habe 50 km zur Arbeit, das sind so 30-40 Minuten – die perfekte Podcast-Länge. Das ist dann eben die Zeit, in der ich mir gerne etwas anhöre. Ansonsten lese ich auch lieber Bücher. Einfach weil ich aus dem Podcast bzw. dem Buch auch Dinge ableiten möchte, die ich probiere. Und dazu gehe ich dann eben speziell auf Blogs. Es ist jetzt nicht so, dass ich jetzt einen speziellen oder mehrere Blogs lese, sondern es ist eher so, dass ich mir im konkreten Anwendungsfall Blogbeiträge durchlese, um daraus die Erfahrung zu sammeln. Aber ansonsten bin ich eher bei Büchern.

Marielle: Und  bist Du dann auch derjenige, der eine feste Tageszeit hat zum Lesen? Oder liest Du dann, wenn es halt mal passt – im Urlaub oder am Wochenende und so oder jeden Morgen und Abend?

Tobias: Jeden Morgen nicht. Ich bin eher so der Abends-Leser. Ich versuche jeden Abend eine halbe Stunde hinzukriegen. Da lese ich dann einfach in einem Buch eine halbe Stunde weiter, als Vorbereitung auf die Nachtruhe.

Lars: Das funktioniert bei mir auch extrem gut. Grade so zum runterkommen – Bildschirm aus – ist Lesen immer super abends.

Mike: Da haben wir uns für den Podcast entschieden, abends. Das klappt auch hervorragend zum runterkommen und einschlafen.

Lars: Das geht auch, das funktioniert bei mir nur nicht, weil ich meistens um 23 Uhr alle elektronische Geräte ausmache und da gehört auch das Handy dazu.

Marielle: 23 Uhr da träume ich schon längst – weil ich nach 3 Minuten Podcast einschlafe.

Lars: Da beginnt meine Abendroutine.

 

Lieblingsbücher – die Top 3

Mike: Wir haben Euch im Vorfeld gebeten, Eure drei Lieblingsbücher festzulegen. Jetzt haben wir ja viel übers Lesen gesprochen, da wird es Zeit jetzt einmal herauszufinden, was Ihr da so lest. Welche Bücher habt Ihr Euch denn herausgesucht?

Tobias: Ich glaube wir haben sie im Laufe der Aufnahme schon fast alle genannt. Wir haben uns dazu entschieden von Robert Kiyosaki „Rich dad – poor dad“ auf den dritten Platz zu nehmen. Uns beide hat das Buch insofern beeindruckt, dass das was wir eingangs auch hatten. Eben der Sparsame, der vorsorgt und schaut, dass er passive Einnahmen generiert gegen denjenigen, der eben von der Hand in den Mund lebt und alles auf den Kopf haut was er hat, im Zweifel sogar noch mehr. Das ist Kiyosaki für meine Begriffe in dem Buch sehr gut gelungen, das entsprechend darzustellen.

Marielle: War das für Euch beide auch eines der ersten Bücher, das Ihr in dem Bereich gelesen habt. Das war es zumindest für viele, von denen wir das bisher gehört haben?

Tobias: Für mich war das erste Buch von Bodo Schäfer „Der Weg zur finanziellen Freiheit“, relativ schnell danach kam aber Robert Kiyosaki. Ich weiß nicht, wie es bei Dir aussah Lars?

Lars: Mein erstes Buch war tatsächlich der Kommer. Noch eine sehr frühe Version davon – ich glaube die erste. Der hat ja inzwischen deutlich mehr Auflagen. Aber der Kiyosaki kam bei mir erst später.

Mike: Spannend! Immer wenn ich von dem Buch höre, heißt es unter den ersten 1,2,3 Büchern. Ich glaube Lars, da bist Du eine Ausnahme, dass es erst später kam.

Lars: Ja wobei, ich auch den Rich dad – poor dad nicht als erstes gelesen habe, sondern erst irgendein anderes Buch von ihm. Das war weitaus schlechter. Aber er erzählt sowieso in dem Buch fast das gleiche.

Marielle: Wir haben sein zweites Buch „Cashflow Quadrant“ auch gelesen. Das fand ich auch nicht so gut und es war eher so ein Abklatsch nochmal. Beim ersten – bei Rich dad poor dad – ist man eben noch so gefesselt von der ganzen Story. Und beim zweiten ist es dann echt nur „Wiederholung, Wiederholung, Wiederholung“.

Lars: Ja diese Gegenüberstellung, die er in dem Buch hat, ist halt schon echt genial. Die kann man auch total gut verbinden mit dem eigenen Leben oder dem was man so im Umfeld sieht. Das passt klasse.

Mike: Auf jeden Fall – wir würden es auch jedem empfehlen. Lars, was ist denn Eure Nummer 2?

Lars: Die zwei hatten wir eben glaube ich schon genannt: Das war der Kommer. Vielleicht springen wir dann gleich zur drei.

Das ist die 4-Stunden-Woche von Timothy Ferriss. Das hat der Tobias eben auch schon einmal genannt. Das ist auf jeden Fall ein ziemlich cooles Buch, war es für mich zumindest, weil es mir auch so ein bisschen gezeigt hat, was man aus seinem Leben machen kann, wenn man bestimmte Prozesse optimiert hier und da. Da bin ich auch das erste Mal mit virtuellen Assistenten in Berührung gekommen und wusste vorher noch gar nicht, was das ist. Und mittlerweile nutze ich es ja auch selber, wie Ihr wisst.

Der Ferriss ist ein total beeindruckender Typ, der auch extrem viel in seinem Leben ausprobiert und von dem man sich sehr viel abgucken kann. Gerade weil es auch ziemlich praxisnah ist. Okay, manche Sachen gehen dann natürlich nur in den USA, aber mittlerweile geht doch auch vieles hier.

Marielle: Habt Ihr das denn beide gelesen?

Tobias: Ja, auch für mich war der Ferriss so mehr oder weniger der Tritt in den Arsch, den ich brauchte, um aus diesem Hamsterrad etwas herauszukommen. Für mich war es das Thema die Selbstbestimmtheit der Finanzen zu übernehmen. Die Eigenverantwortung zu übernehmen. Deswegen ist es nicht direkt ein Finanzbuch, aber es ist eben irgendetwas, das in die Richtung geht, wo es um das eigene Mindset, die eigene Einstellung und die eigene Motivation geht, die Dinge in die Hand zu nehmen. Von daher war die Nummer 1 bei uns ziemlich schnell belegt.

Mike: Und Tobias, Du hattest das Buch vorhin so ein bisschen in die Autobiografie-Ecke gerückt. Hatte ich das richtig verstanden? Warum?

Tobias: Ich gebe Lars Recht, wenn man Autobiografien liest, dann können die stinklangweilig sein. Aber bei Timothy Ferriss sehe ich es aber so ein bisschen aus der Biografie-Ecke, weil er seine eigenen Erfahrungen aus seinem Leben heraus beschreibt. Das ist das was wir vorhin schon sagten. Er macht superviele Sachen darin, probiert wahnsinnig viel aus und was Du als Leser dann halt direkt machen und umsetzen kannst. Und das finde ich eben sehr spannend!

Lars: Ich glaube eine Sache aus dem Buch, die mir im Leben am meisten genutzt hat. Das ist eigentlich nur eine Kleinigkeit, aber ich glaube, das war das Buch, in dem er das „Zero-Inbox-Prinzip vorstellt. Da geht es darum, seine Mails unter Kontrolle zu bringen und sich so ein bisschen von dieser Mailflut abzuschotten. Also ich weiß nicht, wie viele Wochen an Arbeit und E-Mails lesen, das eingespart hat. Also solche Kleinigkeiten, die man da umsetzen kann, aber die können aber halt ziemlich viel verändern, wenn man es richtig macht.

Marielle: Oh kannst Du mir das mal erklären, wie man das macht? Ich habe die schrecklichste Mailbox, die ich kenne, auf der Arbeit.

Lars: Also Zero-Inbox heißt eigentlich, dass Du einen bestimmten Zeitpunkt am Tag hast, wo Dein Postfach immer leer ist. Meistens ist das, wenn Du jetzt arbeiten gehst, abends die letzten 5 Minuten von der Arbeit, dass Du sie wirklich leer machst. Und dass Du halt nur dann in Dein Postfach schaust, wenn Du die Mails wirklich vorhast abzuarbeiten. Also nicht nur lesen und dann irgendwann wieder anfassen. Also immer, wenn Du Deine Mails aufmachst, dann arbeitest Du wirklich ab oder verschiebst sie in andere Priorisierungstöpfe etc.

Ja seitdem lese ich meine E-Mails mittags einmal und abends einmal meistens. Wirklich längere Mails beantworten, mache ich nur 2 Mal in der Woche. Außer sie sind total dringend. Aber so kannst Du das halt komplett unter Kontrolle kriegen. Da müssen sich zwar einige Kollegen auf der Arbeit erst einmal dran gewöhnen, dass man nur noch zwei Mal am Tag in seine E-Mails schaut und sonst vielleicht nur per Telefon zu erreichen ist. Aber dann ist das halt so. Und in der Zeit kannst Du Dich einfach super auf andere Sachen konzentrieren.

Marielle: Aber da sehe ich schon, da muss ich mich auch aus Skype abmelden, sonst werde ich ja den ganzen Tag angechattet. Das ist echt erst einmal eine Erziehungssache von allen anderen Leuten.

Lars: Das Problem habe ich auch: Erstmal schreiben sie mir eine Mail, dann rufen sie an und fragen warum Du nicht auf die Mail antwortest und wenn Du nicht ans Telefon gehst, stehen sie in Deinem Büro.

Marielle: Ja genau, das gäbe bei uns wirklich erst einmal Aufstände, aber es wäre wirklich ein Traum, denn ich habe so viele Mails in meiner Inbox. Ich sollte das Buch wohl wirklich mal lesen.

Lars: Ich habe das auch gedacht, aber tatsächlich haben sich irgendwann alle daran gewöhnt und mittlerweile kennen mich so und wissen das.

Marielle: Gut! Möchtet Ihr zu Euren drei Lieblingsbüchern sonst noch irgendetwas sagen, was Ihr auf jeden Fall loswerden möchtet? Oder habt Ihr eine abschließende Erkenntnisse für unsere Hörer zum Thema „Lesen“, Eurem Buch oder etwas anderem?

Lars: Die größte Erkenntnis ist tatsächlich für mich, aus den drei Büchern, das Zero-Inbox-Prinzip. Und da kann ich echt nur jedem raten, das mal zu nutzen. Auch wenn das nichts mit Geld sparen zu tun hat, es spart einfach Zeit.

Marielle: Und dann wahrscheinlich auch wieder Geld.

Lars: Im Endeffekt ja.

Tobias: Für mich ist das eher, die Eigenverantwortung für die eigenen Finanzen und das eigene Leben zu übernehmen. Das hat in letzter Konsequenz auch wieder mit dem Zero-Inbox-Prinzip zu tun hat. Wenn ich mehr aus der Zeit mache, die mir am Tag bleibt bzw. gar nicht erst so viele Faktoren an mich ranlasse, bin ich eben deutlich effizienter und produktiver im Arbeiten und kann mich deutlich besser verwirklichen.

Auch wenn das jetzt poetisch klingt…dafür halte ich die drei Bücher aus ihrer jeweiligen Richtung für sehr geeignet, um da so ein grundlegendes Mindset zu bekommen und sich dem Thema zu nähern.

 

Verabschiedung

Marielle: Ich denke wir sind damit am Ende angekommen, weil ihr uns jetzt echt viel erzählt habt über Eure Lieblingsbücher, vor allem auch über Euer Buch. Ich denke wir können unseren Hörern nur empfehlen, „Geld sparen mit dem perfekten Haushaltsbuch“ mal zu lesen. Und dann die eigenen Finanzen eben selbst in die Hand zu nehmen.

Lars: Unbedingt – man kann es übrigens auch hören, es gibt es auch als Hörbuch!

Marielle: Für alle beim Zähneputzen dann.

Lars: Oder unter der Dusche!

Mike: Mit dieser Empfehlung würde ich sagen, wir verabschieden uns und bedanken uns vor allem für dieses sehr spannende Interview!

Lars: Ja besten Dank, dass wir hier sein durften. Hat Spaß gemacht!

Tobias: Sehr gerne, vielen Dank für Eure Einladung!

2 Kommentare

    1. Das tut uns wirklich leid. Wir haben das Interview via Skype aufgenommen und es kam leider zu Unterbrechungen. In 2018 werden wir die Audioqualität optimieren, sodass Du den Inhalt genießen kannst. Lars und Tobias haben viel wissenswertes erzählt – vielleicht hörst Du nochmal rein und schaust in unser Transkript.

      Hast Du Anregungen zur Optimierungen der Audioqualität? Wenn ja, freuen wir uns über diese!

      Beste Grüße
      Mike

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